Partikel im Produkt sind unvermeidbar

Auf den richtigen Umgang kommt es an

In der Pharmaproduktion sind Partikel unvermeidbar, entscheidend ist der richtige Umgang. Eine prospektive Planung und (Anlagen-)Analyse beugen Abweichungen vor und stellen die GMP-konforme Abarbeitung sicher.

Partikel sind nahezu allgegenwärtig. Deren Vermeidung ist in der Pharmaproduktion von zentraler Bedeutung. Partikel können im schlimmsten Fall dazu führen, dass Produktchargen aufgearbeitet oder sogar gänzlich gesperrt werden müssen. Dies gilt vor allem, wenn Parenteralia betroffen sind.

Sorgfältige Differenzierung unerlässlich

Partikel können über unterschiedliche Wege ins Produkt gelangen. Ihre Beschaffenheit ist höchst variabel. Über die sorgfältige Charakterisierung der Partikel lässt sich oft rückverfolgen, woher sie stammen. Die Herausforderung dabei liegt in der genauen Differenzierung. Eine exakte Typisierung erleichtert die Suche nach Quelle und Ursache.

Partikel im GMP Produkt = Abweichung

Jeder Partikel in einem GMP-Produkt stellt zunächst eine Abweichung bzw. ein Out of Specification (OOS) Resultat dar. Ein nicht hinreichend untersuchtes Auftreten von Partikeln war Anlass für einen Mängelbericht (Form 483) durch die FDA. Dies hätte durch geeigneten Umgang (Stichwort CaPa) mit dem Vorgang vermieden werden können.

Wie sind Partikel definiert?

Bei einem Verdacht auf eine Verunreinigung muss zunächst geklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen Partikel handelt. Dabei gilt es, echte Partikel von schwer löslichen Verunreinigungen zu unterscheiden.
Partikel sind unlösliche Fremdmaterialien. Dabei sind sie wenigstens unter einer Bedingung unlöslich, unter welcher sich das „Drug Product“ oder die „Drug Substance“ löst. Partikel können daher - zumindest theoretisch - durch mechanische Trennverfahren, z.B. durch Filtration, abgetrennt werden. Sie sind inert und werden in der Regel nicht durch die chemische Freigabeanalytik erfasst. Meist sind spezielle Analysenmethoden nötig, um die Beschaffenheit und Herkunft von Partikeln aufzuklären.

Die Untersuchung des Partikels sollte diesen gegenüber Nebenkomponenten und Verunreinigungen abgrenzen und folgende Fragen klären:

  1. Um was für einen Partikel (Material) handelt es sich?
  2. Welche chemischen, physikalischen oder biologischen Gefahren gehen vom Partikel aus?
  3. Woher stammt der Partikel und wie konnte er ins Produkt gelangen?

Sobald die Herkunft des Partikels bekannt ist, müssen geeignete Maßnahmen festgelegt werden, um die Ursache des Partikeleintritts abzustellen. Weitere Kontaminationen sind wirksam zu vermeiden.

Analytische Methoden für die Identifizierung von Partikeln
Die Untersuchung wird durch analytische Methoden wie Mikro-ATR-IR, SEM / TEM oder sogar ICP-MS unterstützt. Für die Untersuchung ist es vorteilhaft, sowohl den Partikel, als auch mögliche Anlagenbestandteile in Klassen zu unterteilen. Ziel ist es, mögliche Stellen für die Herkunft mit Hilfe einer Datenbank schnell zu identifizieren. Mögliche (Klassen-) sind z.B.:

Metallisch

  • Edelstahl
  • Hastelloy
  •   …

Kunststoff

  • PTFE
  • EPDM
  •  …

Glasartig

  • Glas
  • Zugelassene Träger
  • Email

Sonstige

  • Zugelassene Schmiermittel
  • Zugelassene Hilfsstoffe von Filtern
  • Bekannte extrinsische Partikel

Liegt im Unternehmen eine solche Materialdatenbank mit risikobewerteten Anlagenbestandteilen vor, können die möglichen Kontaminations-Quellen leichter identifiziert bzw. unwahrscheinliche Quellen ausgeschlossen werden.

Einen Partikel als TUP ausweisen
Stammt ein Partikel nachgewiesenermaßen aus der Anlage, ist unschädlich, und sind die Maßnahmen zur Vermeidung erfolglos, so kann der Partikel in letzter Instanz auch als „Technical Unavoidable Particle“ (TUP) ausgewiesen werden. Für die Etablierung eines Partikels sind strenge Maßstäbe anzuwenden.

! Merke !

  • Vermeiden geht vor TUP
  • Ein extrinsischer Fremdpartikel kann niemals ein TUP werden

Dr. Thorsten Ebbinghaus von der Chemgineering Business Design AG dazu: „Wie immer unter GMP gilt: Gut geplant ist halb vermieden. Gerne helfe ich auch Ihnen, Ihre Partikel zu vermeiden.“

Sie benötigen weitere Details und Tipps zur Klassifizierung eines Partikels als TUP? Zum Download einer Ablauforganisation für TUPs loggen Sie sich bitte ein.

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